HIRNWANNE

HIRNWANNE ist „work in progress“, vieles noch unfertig

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Echokammer

2020. Oberhausen. Ich sage bei meiner Verabschiedung.

„… Menschen habe ich gesehen, gehört, befühlt, betastet, gerochen. Es gibt viele Gerüche der Krankheit, des Elends, der seelischen Not, der Verwahrlosung, auch mit Maden in den Socken. Es gibt Momente der Schönheit, der atemberaubenden Eleganz. … Auf Nachttischen sehe ich Kinder, Enkel, Eltern, Fische, Hamster, Hunde, ich seh‘ Fotos, Zeichnungen, Hände, Tatzen, Gips, Ton, Papier. …

…was danach geschah

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Die Hirnwanne steht in Dahlem.

1974. Berlin. Anatomisches Institut in Dahlem. Wir gehen in den Keller. In einem langen Gang ist eine Nische mit einer Betonwanne von etwa 1 x 1 x 2 Meter. Die Wanne steht auf einem kleinen Podest, sodass die Oberkante etwa in Höhe meiner Hüfte ist. Sie ist bis an den Rand mit einer Flüssigkeit gefüllt. An der Oberfläche der Wanne sind Hügelchen erkennbar, wie Walnusstorte. Die Beleuchtung ist neonmäßig, aber schlecht. Es sind menschliche Gehirne. Wenn man eines dieser Hügelchen drückt, titscht es leicht zurück. Es müssen Tausend sein, denke ich.

Die haben doch alle was gesehen, gehört, geschmeckt, ihren Verstand gebraucht, hatten Familien, sind U-Bahn von und zur Arbeit gefahren. Ich sah wochenlang in der U-Bahn die Gehirne unfixiert in den Köpfen der Passagiere schwabbeln, so ganz allein und so einsam am Denken.

… vier Wochen zuvor …