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„Tarassei“ im WBK Essen
Ich freue mich, mit meiner Zeichnung „Tarasay“ an der WBK Ausstellung „Strich und Linie“ im Forum Kunst & Architektur Essen teilzunehmen.
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# 104 Julius Hentschel (Haku Rakuten)
Am kühlgrauen Rheinufer in Duisburg-Ruhrort steht Julius Hentschel, frühverrenteter Industriereiniger. Auf dem Kies liegt ein schweres Bündel verölter Gewänder. Als seine Hand es fasst, zerfällt der Stoff zu Schatten und Staub. Der Rhein zieht still, die Kräne schweigen. „Was rufen die Farben? Was sagt das Gewand?“
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# 94 Frauke Trump (Hagoromo)
Spätsommer, 20:15 am Uhrenturm der alten Ziegelei. Tonstaub, Maschinenrauch, Schichtgeruch. Am roten Haken zittert ein fremdes Gewand, fängt Restlicht, singt seidend in die Nacht. Fraukes Hand will greifen; der Chor widerspricht: Misstrauen gehört den Menschen. Sie lässt los. Im Nebel schmilzt das Bild der Himmel bleibt in Bewegung.
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#124 Kauno Krüger (Eboshi Ori)
Der Mann einst Krankenpflegehelfer, heute GFB-Kraft in Duisburg, trägt ein vergilbtes Noten-Konvolut als geheimen Auftrag seines Lebens: Ravel, „Gaspard de la nuit“, Skarbo. Um 19:10 schiebt er den Korb durchs Whiteout flackernder Röhren. Tropfen, Metall, Kettenklang: Virtuosität im Niedriglohnlicht. Und findet etwas
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# 85 Lea Weber (Hachi no Ki)
Lea Weber, 59, zahnmedizinische Angestellte, oben im anonymen Mehrparteienhaus. Feiner Regen. Ein leerer Parkplatz in grauer 18-Prozent-Luminosity. Ausgekratzte Klingelplatte, notbegrünter Gummibaum, interkostale Chlorose. Klebender Couchtisch, gelochte Unterlagen, Register von zweitausendvier. Stempel verblasst. Tetrapak bleibt stehen. „Auch das flüchtige Dach hat seine Gründe.“
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# 128 Viktorie Stárek (Sotoba Komachi)
Hinter dem Kinderheim sitzt die 29-jährige Erzieherin auf rosa Granit. Regen tropft vom PVC-Dach auf die Spielterrasse, Ordner liegen offen, das Handy erlischt. Kein Herz hat Ordnung. Kinderschuh, Schaukelkette, klammes Eisen. Takotsubo: Tintenfischfalle als Bild der Erschütterung.
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# 86 Michael Zellweger (Kakitsubata)
Ein 61-jähriger Botaniker, einst Fernmeldemonteur, steht im Göttinger Wurzellabor vor einem freigelegten Irisrhizom. Eine Klemme öffnet einen Ionenkanal als winziges „Offen“; das Signal knattert durch alte Leitungen. Der Chor bremst das Denken. .Kontakt bleibt flüchtig.
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# 145 Lio Okotie Eboh (Kayoi Komachi)
Ein angesehener Physiotherapeut aus Moers lebt nach einem Schlaganfall aphasisch und pflegebedürftig in einer Parterrewohnung. Spätsommerlicht, Küchenfenster, Schlüssel im Schloss, Blisterpackung, Barcode. Um fünfzehn Uhr das Klingeln. Dann Stille, Flur, Glas, Akte, Schatten. Kayoi-Komachi als heutiger Befund: Liebe entfernt, Sprache vertagt, Morgen ohne Schmerz.
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# 131 Thalia Werner (Genjo)
Düsseldorf. Farbe, Licht, digitale Tiefe: Thalia Werner kalibriert eine handtellergroße Maschine, gebaut mit einem Farbchemiker. Sie wandelt Wellenteilchen in essbare Moleküle, überträgt sichtbaren Duft. Fenster erlischt, ein Hauch webt Dunst. Fäden ziehen auf, schiffchenblind. Tränenwellen netzen den Ärmel. Maskenform am Rand, Hundegeruch im Labor, Blauadern am Tisch, Stille ohne Handlung.
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In between – dazwischen
Im Forum Kunst & Architektur zeigt die Ausstellung „InBetween – dazwischen“ Arbeiten, die aus der eigenen Linie herausfallen. Mein Beitrag verbindet frühe Laborerfahrungen mit künstlerischer Praxis: ein Diptychon über Nissl- und Bodian-Färbungen, in dem sich histologische Struktur und biografische Entscheidungssituationen als gedanklicher Zwischenraum überlagern.
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Kurze Begegnung am Rande der Stadt
Ein ungewöhnliches Künstlergespräch zwischen Christoph Zimmermann und Gottlieb von Treuenfels entfaltet sich zwischen Ironie und Nachdenklichkeit. Ausgangspunkt sind scheinbare Nebensächlichkeiten – Frikadellen, ein Hund, eine Ausstellung – doch rasch öffnen sich tiefere Fragen: nach Verantwortung, nach dem Verhältnis von Kunst und Moral, nach Mut und Feigheit. Zimmermann spricht über Material, Zweifel und den schmalen Grat…
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# 118 Eino Holkeri
Ein verstörender Text über drei Männer, eine Jagdhütte und das Öffnen einer verbotenen Kammer. Medienarchiv, Missbrauchsspuren, historische Fototechnik und das Böse im digitalen Schattenraum. Inspiriert vom Noh-Stück Kurozuka. Literatur, Horror, Medienkritik. Kein True Crime – sondern eine poetische Verdichtung des unaussprechlich Realen
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#141 Raimund Kempff
Ein 63-jähriger CNC-Dreher, arbeitslos, reist mit dem Deutschlandticket nach Berlin. In der Neuen Nationalgalerie trifft er die Liebe seines Lebens: Bauholzbalken, Abendlicht, Anrufliste, Hoffnung. Elf Versuche, immer „kein Anschluss“. Chor setzt die Klammer. City-Lyrik über Ghosting, Daten, Zeit und Liebe — nüchtern, gegenwärtig. Im Druck bei silbende_kunst #32.

