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# 86 Michael Zellweger (Kakitsubata)
Ein 61-jähriger Botaniker, einst Fernmeldemonteur, steht im Göttinger Wurzellabor vor einem freigelegten Irisrhizom. Eine Klemme öffnet einen Ionenkanal als winziges „Offen“; das Signal knattert durch alte Leitungen. Der Chor bremst das Denken. .Kontakt bleibt flüchtig.
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# 145 Lio Okotie Eboh (Kayoi Komachi)
Ein angesehener Physiotherapeut aus Moers lebt nach einem Schlaganfall aphasisch und pflegebedürftig in einer Parterrewohnung. Spätsommerlicht, Küchenfenster, Schlüssel im Schloss, Blisterpackung, Barcode. Um fünfzehn Uhr das Klingeln. Dann Stille, Flur, Glas, Akte, Schatten. Kayoi-Komachi als heutiger Befund: Liebe entfernt, Sprache vertagt, Morgen ohne Schmerz.
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# 131 Thalia Werner (Genjo)
Düsseldorf. Farbe, Licht, digitale Tiefe: Thalia Werner kalibriert eine handtellergroße Maschine, gebaut mit einem Farbchemiker. Sie wandelt Wellenteilchen in essbare Moleküle, überträgt sichtbaren Duft. Fenster erlischt, ein Hauch webt Dunst. Fäden ziehen auf, schiffchenblind. Tränenwellen netzen den Ärmel. Maskenform am Rand, Hundegeruch im Labor, Blauadern am Tisch, Stille ohne Handlung.
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In between – dazwischen
Im Forum Kunst & Architektur zeigt die Ausstellung „InBetween – dazwischen“ Arbeiten, die aus der eigenen Linie herausfallen. Mein Beitrag verbindet frühe Laborerfahrungen mit künstlerischer Praxis: ein Diptychon über Nissl- und Bodian-Färbungen, in dem sich histologische Struktur und biografische Entscheidungssituationen als gedanklicher Zwischenraum überlagern.
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Kurze Begegnung am Rande der Stadt
Ein ungewöhnliches Künstlergespräch zwischen Christoph Zimmermann und Gottlieb von Treuenfels entfaltet sich zwischen Ironie und Nachdenklichkeit. Ausgangspunkt sind scheinbare Nebensächlichkeiten – Frikadellen, ein Hund, eine Ausstellung – doch rasch öffnen sich tiefere Fragen: nach Verantwortung, nach dem Verhältnis von Kunst und Moral, nach Mut und Feigheit. Zimmermann spricht über Material, Zweifel und den schmalen Grat…
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# 118 Eino Holkeri
Ein verstörender Text über drei Männer, eine Jagdhütte und das Öffnen einer verbotenen Kammer. Medienarchiv, Missbrauchsspuren, historische Fototechnik und das Böse im digitalen Schattenraum. Inspiriert vom Noh-Stück Kurozuka. Literatur, Horror, Medienkritik. Kein True Crime – sondern eine poetische Verdichtung des unaussprechlich Realen
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#141 Raimund Kempff
Ein 63-jähriger CNC-Dreher, arbeitslos, reist mit dem Deutschlandticket nach Berlin. In der Neuen Nationalgalerie trifft er die Liebe seines Lebens: Bauholzbalken, Abendlicht, Anrufliste, Hoffnung. Elf Versuche, immer „kein Anschluss“. Chor setzt die Klammer. City-Lyrik über Ghosting, Daten, Zeit und Liebe — nüchtern, gegenwärtig. Im Druck bei silbende_kunst #32.
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# 144 Emil Schenck
Ein Morgen vor der Glastür Ein erfahrener Ladenbaumeister tritt in der Dämmerung über feuchten Beton: Ziel ist die Intensivstation eines niederländischen Krankenhauses. Dort liegt seine neue Partnerin – jung, schwer erkrankt, künstlich beatmet. Zwischen Fremdheit, Schuld und klinischer Maschinerie entfaltet sich eine radikale Nahaufnahme von Nähe und Kontrollverlust. Ein Text über Verantwortung, Schmerz und die…
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# 84 Katharina Müller
Poetisches Porträt einer Frau, die zwischen Erinnerung, Vergebung und religiöser Symbolik ihrer Vergangenheit begegnet.
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#105 Hella Gerhard
(Tomoe) Es wird Frühling um 14:30 am Aachener Weiher in Köln. Die fünfunddreißigjährige Fotografin steht auf der Kante der Platten der Einfassung. vorne.jugend.mädchen parkbank pullover knirps gefaltete jacke oberbauch quer gras schneidet lehmlinse gans faucht wegen pissig leckerer kleinen im teich dümpelt die grütze keiner kann darüber laufen nicht sommers nicht winters die kirsche matscht…
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Im Gespräch: Projektion und Ordnung
Vorbemerkung Manchmal trifft ein Text auf eine Form, die seine nicht ist – und bleibt darin. Nicht aus Respekt. Aus Spannung. Unser Gespräch will berühren und klären. Es geht um das japanische Nō-Theater: Thema, Struktur, Distanz. Was geschieht, wenn ein westeuropäischer Kopf eigene Texte in eine Form bringt, die ihm nie gehörte? Ein Gespräch über…
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Sennelier Serie Teil 1
Aktuell läuft auf instagram der Teil 1 von 5 meiner Serie „Sennelier“. Aquarell, Guache und Tinte auf Sennelier Aquarellbuch (140×90 mm, 300 g/qm, 20 Blatt, Spiralheftung, Leineneinband, 5 bändige Serie in einer Leinenkassette). Hier ist der Instagram-Kanal: https://www.instagram.com/christophwzimmermann/
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Innen größer als außen
Die Gemeinschaftsausstellung „Alea Iacta“ der Künstlervereinigungen WBK und RKB zeigt vom 8. Dezember 2024 bis 10. Januar 2025 kooperative Kunstprojekte. Die Zusammenarbeit zwischen mir und Pem Perschke resultiert in Arbeiten, die zentrale menschliche Werte thematisieren und Fragen zur Vergänglichkeit und Stabilität aufwerfen.
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Chronofragment #15
Rauminstallation, Privatsammlung. Selbstklebende Fahrbahnmarkierungsfolie gelb, nach Verwendung im Baustelleneinsatz, zweiteilig, 1500 x 12 cm, signiert, datiert Straßenprotokolle: Zur Ästhetik des urbanen Palimpsests Ein Beitrag von Gottlob von Treuensee Die Arbeit Straßenprotokolle #15 aus der Chronofragment-Reihe stellt ein 15 Meter langes Band aus gelber Metall- und Kunststofffolie vor, das ursprünglich als Leitmedium für den Straßenverkehr konzipiert…
