# 144 Emil Schenck 

(Aoi no Ue)

Der dreiundsechzig Jahre alte Ladenbaumeister überquert den leeren Vorplatz am frühen Morgen auf dem Weg nach Intensivstation Krankenhaus Venray (NL). Neonlicht auf feuchtem Beton. Die Glastür steht geschlossen.
tafeln.baumbestand.entnahm

er trennte seine frau von sich in rottendam
zwei stunden zugrattern weit weg
gleichzeitig selbstständig

und neue frau so tochterjung
werbewirtin in der firma
todkrank jäh

als dürre hülle pergament mit knochenkanten
beatmet auf der intensivstation
automatiktür auf zu

contretanz und widerklage
flackernder diode
gummilippenschleifspur

zahnkranzhakender takt
pflegestützpunkt übergabe
in dit ziekenhuis nemen we geen verantwoordelijkheid voor de dromen van onze patiënten

ultraschall kaputt
klapperschlagend schamhoch an
kirschholzfurnierter stoßleiste

de pijn kruipt als de nacht volgt op de dag

Chor: Der Schmerz lässt sich niemals mehr bannen

Fixbett (diagonal)

So fühllos starr, so wild im tollen Irrsinn,
gehetzt von Monster, Waran, Ork und Oger;
so fiebernd heiß ist keiner mehr als sie.
Gerettet hier in Drachenbanden? Oder

wird mit der Freiheit ihr nur roh die Pein
des rasend wahnsinigen Irrtums
und psychoanalytisch wiederum
nur Keuschheit beigebracht zum schreien?

Gedanken zappeln, höllischer Verein.
Die Polster weich, und hart der Grund der Qualen,
gebunden hier an Arm, an Maske und an Bein.

Was bricht der Tag, was brächt‘ die Nacht der Armen?
Ihr Körper ruht. Und Aidos füttert Schaben.
Und morgen graut schon wieder kein Erbarmen.

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