Der achtundfünfzig Jahre alte Fachlagerist steht um 6:18 Uhr in der Lagerstraße eines Werkzeuggroßhandels an der Hafenstraße in Essen. Betonboden. Hochregale bis unter die Decke. Auf einer grauen Kunststoffkiste liegen ein Handscanner und eine RFID-Karte im transparenten Halter. Ein Kollege zeigt auf das Gerät und auf die Nummern an den Gängen. Gass greift nach dem Scanner. Das Display wird hell. sonstiger.ansprüche.seine

Kartonserien in Gitterpaletten.
Stretchfolie über verletzte Ecken.
Mehr geworfen als gestapelt.
Seitliche Klappe, nach unten gedrückt.
Zuletzt eingeworfene Pakete rutschen
auf den gummierten Boden.
Last in first out.
Barcodefelder. Strichbündel. Nummernreihen.
Jede Reihe eine andere Summe.
Rotes Warnband.
Weiße Pfeile auf dem Hallenboden.
Metal-Klang der Hubwagen.
Zylinderglanzgeruch.
RFID-Karte im Halter.
Groß und transparent das Plastik, sehr kleiner Chip.
Im Displaylicht das Grau der Halle.
Alles grün.
Regalgang 12. Regalgang 13.
Chor: In dieser treibenden Welt nutzlos zu leben,
was soll das?
Scanner kennt den Gang.
Hände tragen keine Zahl.
6:18. Inventur läuft.
