Vierundvierzig. Von Tuzla nach Graz mit nichts gelernt. Schon wieder schwanger, mit Jonas. In 2050: fünfundzwanzig. Vor der still liegenden Rolltreppe die Bank. Mensch darauf. Reglos. Geschlecht nicht lesbar. Der Kopf hebt sich – weißer Bart, wohl Mann. Die Jacke, hell, drecksteif, sie liegt am Boden neben seinem Fuß. Er blickt zu ihr. Dann auf die Jacke.
eins
Einkauf. Halle. Beton erzwingt Lasten für Ebenen.
Rolltreppenzähne verkeilen verbissen im stählernen Raster.
Jacke erschlafft, sackartig, hundhaft am Boden.
Marswickel zuckt unbeherrscht in Luftzügen, rasterentkernt.
Lichtsplitterung. Spiegelfläche zerreißt an Bruchlinien.
Wegloser Raum. Richtung erlischt. Pfeile verlöschen im Ausgang.
Einmal zuckt noch die Treppe. Dann wieder Stillstand.

Chor: Was liegen bleibt, verlangt die Hand.
zwei
Tief summt Beton; kaum hörbar, dann lauter, ein Dröhnen.
Rolltreppe fasst, verkrampft einmal; es knirschen die Ketten,
schaben Metall, längst tot dreht die Mechanik noch einmal leer
Der Mann weist stumm auf die Jacke zu Füßen.
Offener Mund. Kein Ton. Glasstarre Augen schimmern.
Endgültig steht das Band. Verstummt und unbewegt die Maschine
Anny neigt sich.
Stellt die Jacke dem Mann auf die Bank.
„Jonas, der im Jahr 2000 25 Jahre alt sein wird“ (1976, Regie: Alain Tanner) war mal ein Symbol für die Erfüllung „linker“ „Revolte“-Hoffnungen. Der Film um Träume von Freiheit und Gemeinschaft in Alltagsrealitäten war mal eine Riesennummer bei Parties und Küchengesprächen mit der letzten Zigarette im Stehen und galt als intellektueller Spiegel der 1970er – oder so. Weltpremiere 1976 beim New York Film Festival; 116 Minuten, Schweiz/Frankreich.
