Der achtundvierzig Jahre alte frühverrentete Industriereiniger und Montageleiter steht an einem kühlgrauen Herbstnachmittag um 16:30 Uhr am Ufer des Rheins bei Duisburg-Ruhrort: rauh. mächtig. tief atmend.
geistesblitz.lernen.befassen
rheinwasser schlappt und düstert ufer schattenloser krangestelle rostgestang und stillgelegter röhrenschichten stäube rußen atem läuft metall durch masken gepresst dröhnt in rippen und fingerspitzen die einst schläuche führten streifen heute kalte luft kälte schiebt ruck durch den körper auf dem kies liegt etwas schweres fremdes ein bündel verölter gewänder aschenkohlenbrüderstahlblau seine hände zittern als er fasst.
Chor: Was rufen die farben? Was sagt das gewand?

Hentschel hält inne
Der Windstoß regt ihn, Griff erstarrt.
Das fremde Kleid, so fest es schien, zerfällt.
Ein leises Rauschen, Wasser, das sich setzt,
Kein Stoff, nur Schatten fließt durch seine Hand
bis alles stillt. Ein Hauch bleibt nah,
ein Atemzug, der ihm die Hände kühlt,
ein feiner Staub, der in die Poren klopft.
Bäche von Stimmen berieseln den Ort,
Wind erhebt sich. Echos ächzen fort,
Der Rhein zieht still, als wollte er zum Vater.
Und Kräne schweigen.
Hentschel lauscht und atmet Klang.
Chor: Sein Schritt. Sein Blick. Sein Tanz.
