# 128 Viktorie Stárek (Sotoba Komachi)


Die neunundzwanzigjährige Erzieherin sitzt hinter dem Kinderheim auf dem rosa Granitfindling im Sandkastenbereich. Aus blindmodernd vergrundetem PVC-Hohlkammerdach tropft Wasser auf die Spielterrasse. Blaue Hebelordner geleert und offen auf dem mikrostukturgeprägten, grau crossgehatchten Formicatisch, dessen Alubeine klapprig, und die Fassungen geborsten sind. Sie trauert um den Prinzen. Das Handy blinkt kurz und verlischt. inseln.anrufe.angerufen

Chor: Sie trägt keine Ordnung, und ihr Herz ist aus Papier.

In der Tintenfischfalle

Weiß züngelt Licht im Homebildschirm,
zieht Bilder über Finger.
Im Sand ein Kinderschuh.

Wind schiebt still die leere Schaukel an.
Die Kette knirrscht und glänzt.
Zeit kriecht in Uterusmembranen.

Alles nass vom selben Regen.
Die Nacht bringt nichts als klammes Eisen.
Gewissenhaft verrieseln Kindheit und

sie selbst in schattenloses Licht.
Ein Name wird zweimal geschrieben
in gegenseitiger Verlöschung.

Keines Alters Zahl besteht.

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